Die EU-Kommission hat eine neue politische Offensive zur Förderung europäischer Elektrofahrzeuge gestartet — und ihr Herzstück ist bemerkenswert konkret. Wie Revistacarros berichtet, schlägt Brüssel eine neue Kategorie „kleine Elektrofahrzeuge“ vor, die für innerhalb der EU produzierte Pkw bis 4,2 Meter Länge reserviert ist. Die Kategorie soll die Unterstützung auf kompakte, lokal gebaute E-Autos lenken, während die EU ihre Industrie gegen die Konkurrenz aus China wappnen will.

Die Logik der lokalen Fertigung reicht dabei weit über Fahrzeugkategorien hinaus. Unter dem Vorschlag wären bestimmte öffentliche Beschaffungen und Förderungen Fahrzeugen vorbehalten, die die „Made in EU“-Anforderungen erfüllen, berichtet Just-Auto — eine Logik, die E-Auto-Käufern im Baltikum bereits vertraut ist, wo Regeln für ausschließlich EU-gebaute Fahrzeuge auf diesem Portal bereits Schlagzeilen gemacht haben. Die Japan Times ergänzt, dass die geplanten Regelungen lokal gefertigte Autos begünstigen sollen — das heißt: Wo ein Fahrzeug montiert wird, wird künftig wichtiger denn je, sowohl für Flottenkunden als auch für die Geschäftskalküle der Hersteller.

Die Standortentscheidungen verschieben sich bereits. Just-Auto berichtet, dass Honda eine Rückkehr in die europäische Pkw-Produktion erwägen könnte, während die Japan Times schreibt, dass der japanische Hersteller mit Blick auf die neuen Regeln einen Neustart der EU-Autoproduktion prüft. Sollten diese Überlegungen reifen, wäre dies eine der markantesten Produktionswenden der jüngeren europäischen Industriegeschichte — und ein klarer früher Erfolg für den Kurs der Kommission.

Importorientierte Hersteller mahnen indes zur Vorsicht. Der VDIK, der Verband der internationalen Kraftfahrzeughersteller, besteht darauf, dass das Arbeitsprogramm der EU Planungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit stärken müsse und dass die Regulierung auch langjährig gewachsene Produktions- und Lieferketten berücksichtigen müsse. „Europa braucht wettbewerbsfähige Energiepreise, weniger Bürokratie und einen verlässlichen Rahmen für Innovation und Investitionen“, argumentiert der Verband — ein deutlicher Hinweis darauf, dass für Marken mit etablierten grenzüberschreitenden Lieferketten vieles davon abhängt, wie streng „Made in EU“ definiert wird.