Rumäniens Lagerbauer laufen auf Hochtouren. Der Industrie- und Logistikmarkt des Landes expandiert, während das neue Angebot laut EurobuildCEE um 60 Prozent steigt — eine Bauwelle, die die Distributionslandkarte Mittel- und Osteuropas neu zeichnet. Für Mieter, die einst um moderne Flächen gerungen haben, tragen die Kräne, die heute über rumänischen Logistikparks emporwachsen, eine klare Botschaft: Die Projektentwickler glauben, dass die Nachfrage im Land noch jahrelang weiterlaufen wird.
Ein großer Teil dieser Nachfrage trägt ein Automobil-Emblem. Rumänien gehört seit mehr als einem Jahrzehnt zu den Schwergewichten des regionalen Autobaus — bereits 2013 belegte die Automobilindustrie des Landes Rang vier in Mittel- und Osteuropa, nur hinter Tschechien, der Slowakei und Polen. Wo Autos entstehen, müssen Teile fließen, und die Mieter der Region stimmen mit ihren Quadratmetern ab: Der Projektentwickler MLP Group hat seine größte Vermietung des Jahres 2026 unterzeichnet — der Autoteile-Händler Auto Partner übernimmt 42.000 Quadratmeter Lager- und Bürofläche im Park MLP Bieruń West in Oberschlesien, Polen. Der Deal liegt zwar jenseits der Grenze, doch genau dieser Appetit schwappt nun auf Rumäniens wachsenden Markt über.
Doch mitten durch den Boom zieht sich eine Bruchlinie. Sebastian Metz hat gewarnt, dass Rumäniens Wirtschaft in den vergangenen 20 Jahren schneller gewachsen ist als seine Infrastruktur — und dass es nun notwendig ist, diese Lücke zu schließen, um mit dem Entwicklungstempo des Marktes Schritt zu halten. Eine Branche, die so schnell neue Flächen schafft, geht eine kühne Wette ein: dass die in den Lagern gestapelten Waren ihre Kunden tatsächlich erreichen. Straßen, Schienen und Häfen sind der Teil der Gleichung, der noch nicht aufgeholt hat.



