Wo ein Auto gebaut wird, ist längst nicht mehr die ganze Geschichte — woher seine Teile stammen, ist der neue entscheidende Faktor. Nach dem EU-Plan „Made in Europe“ würden aus Japan importierte Fahrzeuge gar keine EU-Subventionen erhalten, während in Frankreich, Portugal und Osteuropa gebaute Modelle profitieren würden — aber nur, wenn ausreichend viele ihrer Teile aus Europa stammen. Für Ungarn, dessen industrielle Zukunft eng an die Automobil- und Batterieproduktion geknüpft ist, verwandelt diese eine Klausel jede Beschaffungsentscheidung in strategische Munition.

Der Plan hat die globalen Autozulieferer gerade deshalb verunsichert, weil er die Landkarte der Wertschöpfung neu zeichnet. Wo jedes Bauteil gefertigt wird, entscheidet nun darüber, ob ein Hersteller europäische Fördermittel anzapfen kann — ein Inhalts-Test, der Importeure bestraft und tiefgreifende Lokalisierung gleichermaßen belohnt. In Japan gebaute Autos sind die klarsten Verlierer: Sie bleiben von Subventionen ausgeschlossen, ganz gleich, wie prestigeträchtig ihre Marke ist. Doch die Regel trifft auch das eigene Lager: Ein Fahrzeug, das in Osteuropa vom Band läuft, erbt keinen automatischen Vorteil.

Genau hier zeigt Ungarn ein ungewöhnlich starkes Blatt. CATL, der größte Batteriehersteller der Welt, baut seine Produktionsbasis nach Deutschland, Ungarn und Spanien aus — und verlagert damit die Zellfertigung für Europas Elektrifizierungsoffensive auf den eigenen Boden der EU. Unter einem Local-Content-Regime gelten in Ungarn gefertigte Zellen als europäische Teile. Für Automobilhersteller, die in der Region produzieren, könnte der Bezug von Batterien aus einem ungarischen Werk den Ausschlag geben, ob EU-Subventionen fließen — oder ganz wegfallen.