Europas Neuwagenmarkt hat soeben eine Schwelle überschritten, die vor einem Jahrzehnt nach Science-Fiction geklungen hätte: In der EU haben batterieelektrische Fahrzeuge mehr Absatz gefunden als Benziner- und Dieselautos zusammen — ein historischer Meilenstein für den Antriebswandel des Kontinents. In Frankreich, Deutschland, Belgien, Großbritannien, Portugal und Irland entfallen auf E-Autos inzwischen mehr als ein Viertel aller Neuwagenverkäufe. Und dann ist da noch Kroatien, wo Strom gerade einmal 4,2 % der Fahrzeuge antreibt, die aus den Showrooms rollen.
Auf dem Papier wirkt die Adriarepublik wie das offensichtliche Schlusslicht des Kontinents — doch die Kurve erzählt eine ganz andere Geschichte. Kroatiens E-Auto-Verkäufe sind gegenüber 2025 um 244 % in die Höhe geschnellt — ein Wachstumstempo, das selbst in Europas reifsten E-Märkten für Aufsehen sorgen würde. Von einer so niedrigen Basis aus betrachtet, widersetzt sich Kroatien der elektrischen Wende weniger, als dass es verspätet ankommt — und jetzt sprintet, um verlorene Zeit aufzuholen.
Die weitere Region bietet wenig Rückenwind. Osteuropas Automarkt wird auf rund 3,4 Millionen Einheiten geschätzt und wächst um bescheidene 0,6 % — eine träge Flut, die wenige Boote hebt. Dennoch zieht Kroatiens kompakter Markt frisches Kapital und neue Marken an: Der spanische Hersteller Ebro hat mit vier SUV-Modellen und einem ersten Vertriebs- und Servicezentrum in Zagreb seine Flagge gepflanzt — eine Wette darauf, dass ein vom Verbrenner dominiertes Showroom-Sortiment Platz für Neulinge lässt.



