Rumänien mag das Rennen um BYDs erstes europäisches Autowerk an Ungarn verloren haben, doch der chinesische Riese hat das Land längst nicht abgeschrieben. Sein Werk in Szeged liegt nahe der rumänischen Grenze und soll bis Ende dieses Jahres die Serienproduktion aufnehmen, wobei vier für den europäischen Markt bestimmte Modelle vom Band laufen. Einer aktuelleren Meldung zufolge hat die Testproduktion am ungarischen Standort bereits begonnen, die Serienfertigung ist für das vierte Quartal 2026 angesetzt.

Während Szeged hochgefahren wird, ist BYDs Aufmerksamkeit wieder nach Rumänien zurückgeschwenkt. Stella Li — sie leitet BYD Europa, steuert die weltweiten Expansionsaktivitäten der chinesischen Gruppe und zählt zu den bekanntesten Geschäftsfrauen der globalen Automobilbranche — kam nach Bukarest, traf dort das lokale Team und legte die nächsten Schritte des Unternehmens dar. Ihre Bitte war unverblümt: „Wir brauchen die Unterstützung der Behörden.“

Die Rumänien-Agenda, die sie umriss, steht auf zwei sichtbaren Säulen. Die erste ist Infrastruktur: BYD plant Ladestationen im Land, jede mit einem Preis von 400.000 bis 500.000 Euro — eine Wette, die ohne offizielle Rückendeckung nicht aufgehen kann. Die zweite ist Zulieferung: Li sondiert rumänische Komponentenhersteller als potenzielle Zulieferer für BYDs europäische Werke — eine sich öffnende Tür für lokale Firmen, auch wenn das Montagewerk selbst nach Ungarn ging.