In der südostukrainischen Stadt Saporischschja prägt noch immer ein Name den ukrainischen Automobilbau: ZAZ, das Automobilbauwerk Saporischschja — der wichtigste Autohersteller des Landes. Doch das nächste Kapitel der ukrainischen Industriegeschichte wird weit jenseits dieser Werkstore geschrieben — in einem wachsenden Netz neu registrierter Industrieparks, das Kiew als Fundament für den Wiederaufbau der Wirtschaft nutzen will.

Die jüngsten Einträge auf dieser Landkarte sind zwei neu registrierte Industrieparks mit dem Schwerpunkt Lebensmittelverarbeitung. Allein im Industriepark Mykolajiw sollen mehr als 143 Millionen Hrywnja in die Erschließung der Infrastruktur fließen; zu den vorrangigen Aktivitäten des Standorts gehören die Lebensmittelproduktion und die Entwicklung erneuerbarer Energien. Der Fokus mag auf Lebensmitteln statt auf Getrieben liegen — doch für Industriebeobachter ist das Signal kaum zu übersehen: Die Ukraine schafft erneut das erschlossene, investorenfertige Industriegelände, um das Hersteller überall konkurrieren.

Das Timing zählt, denn die Regeln des europäischen Spiels ändern sich. Im Zuge der EU-Initiative „Made in Europe“ — ein Plan, der globale Autozulieferer bereits verunsichert hat — würden aus Japan importierte Autos keine EU-Subventionen erhalten, während in Frankreich, Portugal und Osteuropa gebaute Modelle nur dann profitieren, wenn ausreichend viele ihrer Teile aus Europa stammen. Auch südkoreanische Autobauer blicken nervös zu. In dieser Welt wird Produktionskapazität am östlichen Rand des Kontinents zum strategischen Kapital statt zur Fußnote.