Mit der Lockerung der Pkw-Emissionsziele haben die EU-Abgeordneten dem Green Deal der EU einen weiteren Schlag versetzt – einen Schritt, den Euronews direkt mit dem politischen Druck in Verbindung bringt, der sich um dieses Dossier aufgebaut hat. Die Kehrtwende hat einen unangenehmen Beigeschmack: Kritiker argumentieren seit Langem, dass der EU die Ladeinfrastruktur für eine breite E-Mobilität fehlt – ein Argument, das in den aufstrebenden E-Mobilitätsmärkten Mittel- und Osteuropas besonderes Gewicht hat. Lockerere Ziele verschaffen der Industrie vielleicht Zeit, lassen die Infrastrukturfrage aber komplett offen.

Frische Munition erhielt dieses Argument diese Woche aus Irland: Wie The Irish Times berichtet, sind die Kosten für öffentliches E-Laden inzwischen höher als bei Benzin und Diesel. Zum Vergleich: Das Volltanken eines Familien-Diesel mit 1,6-Liter-Motor kostet typischerweise rund 110 Euro – und liefert etwa 950 Kilometer Reichweite. Wenn das Laden im öffentlichen Netz mehr kostet als der Tankfüll, gerät das Kostenargument ins Wanken, auf dem so viel der E-Auto-Verkaufsrhetorik beruht – besonders bei preissensiblen Käufern in der Region.

Auch die Ökonomie des Ladegeschäfts selbst steht unter Druck. Wie InsideEVs berichtet, hat ein Automobilhersteller in einem stillen Deal seine E-Auto-Schnelllader an einen lokalen Marktteilnehmer verkauft und den europäischen Markt komplett verlassen. Die stille Natur des Deals ist aussagekräftig: Selbst Hersteller mit tiefen Taschen und einer festen Kundenbasis scheinen nicht bereit, europäische Ladenetze weiter auf die eigene Bilanz zu nehmen.