Anderswo in Europa würden 0,46 Euro pro Kilowattstunde an einem Schnelllader als guter Deal durchgehen. In Bulgarien ist das die absolute Obergrenze — der höchste Preis ohne Vertragsbindung, den ein Fahrer irgendwo im Land zahlen kann, wie ein europäischer Ladepreisreport zeigt. Selbst am oberen Ende, so das Fazit der Analyse, sind Bulgariens Ladekosten nach jedem Maßstab niedrig. Das Schnäppchen hat allerdings einen Haken, und der liegt nicht im Tarif: Es ist, überhaupt erst eine Ladesäule zu finden.
Die Daten aus Eleports europaweitem Preisreport zeigen Eldrive als nationalen Referenzwert mit 0,46 €/kWh — den höchsten öffentlichen Tarif auf dem bulgarischen Markt. Zwei heimische Betreiber, Megalan und Elfinity, veröffentlichen gar keine Preise — eine Transparenzlücke, die viel darüber aussagt, wie jung der Markt noch ist. Und der größte Name im Laden ist kaum präsent: Tesla betreibt im Land wenige oder gar keine Supercharger, weshalb Routenplaner Bulgarien gemeinsam mit Moldau, Bosnien und Albanien zu den am dünnsten erschlossenen Ladegebieten des Kontinents zählen.
Für Betreiber von Ladepunkten (CPOs) sollte diese Kombination unwiderstehlich sein. Bulgarien stuft das Laden von E-Fahrzeugen als lizenzfreie Aktivität ein — ein Rahmenwerk, das ausdrücklich darauf ausgelegt ist, privaten Akteuren den Weg zu ebnen und öffentliche Infrastruktur schneller auszubauen. Die Tür steht offen, der Strom ist billig, die Konkurrenz ist gering. Märkte mit einem solchen Profil bleiben selten lange leer.



