Dreißig Prozent. So hoch ist der Anteil des Audi Q7 und Q8 am Output des Volkswagen-Werks in Bratislava — und genau dieser Anteil steht jetzt auf dem Spiel. Der deutsche Autobauer prüft eine 4-Milliarden-Dollar-Fabrik in Macon, Georgia, die die Produktion der beiden SUV, die derzeit in der slowakischen Hauptstadt laufen, übernehmen könnte — samt eines künftigen Modells.
Die simple Rechnung erklärt die Unruhe in Bratislava. Q7 und Q8 machen rund ein Drittel der gesamten Produktion des slowakischen Werks aus, und Wirtschaftsmedien warnen, dass eine Verlagerung den Standort empfindlich treffen könnte. Die slowakische Opposition schlug schnell Alarm und deutet eine mögliche Produktionsverlagerung in die USA als ein Risiko, das sich das Land nicht bloß von der Zuschauertribüne aus ansehen darf.
Bratislavas Gegenzug läuft bereits. Das Wirtschaftsministerium erklärt, man führe seit Langem Gespräche mit der Konzernleitung über die übergeordneten Pläne und die Zukunft der Produktion in der Slowakei — ausdrücklich auch über Chancen, die Produktionskapazität auszubauen. Der Subtext ist unüberhörbar: Die Slowakei lobbyiert nicht nur, um zu behalten, was sie hat, sondern um es auszubauen.
Doch die Audi-Frage ist nicht der einzige Stein im Spiel. Volkswagen betreibt zudem ein Werk in Martin in der Mittelslowakei, und slowakische Medien berichten, dass dieser Standort im Zuge eines Verkaufs innerhalb des Volkswagen-Konzerns an den Lkw-Hersteller MAN übergehen soll. Wandern die großen SUV gen Georgia, schrumpft eine slowakische Präsenz, die einst zwei Volkswagen-Werke bedeutete, womöglich auf einen einzigen Standort zusammen.



