Der Preis an einer bulgarischen Schnellladestation wirkt fast wie ein Druckfehler. Laut Eleports europaweitem Preisbericht sind die Ladekosten für E-Autos im Land nach jedem Maßstab niedrig — selbst an der Spitze. Eldrives 0,46 € pro kWh ist der höchste Preis ohne Abo im Land: Das ist die Obergrenze, kein Schnäppchen. Wo die teuerste Ad-hoc-Kilowattstunde derart günstig bleibt, verzeichnet Bulgarien still einige der mildesten Schnelllade-Konditionen des Kontinents.

Der Haken liegt im Verborgenen. Eleports Analysten fanden für zwei Betreiber des Landes, Megalan und Elfinity, keinen veröffentlichten Preis — eine Transparenzlücke, die Flottenmanager und Firmenkunden blind verhandeln lässt. In einem derart günstigen Markt ist Intransparenz die Reibung: Für jedes Unternehmen, das ein Gesamtkostenmodell rund um elektrische Transporter oder Firmenwagen aufbaut, verwandelt ein unveröffentlichter Tarif einen soliden Business Case in pures Rätselraten.

Das tiefere Paradox zeigt sich auf der Karte, nicht auf dem Zähler. Routingdaten des tesla_trip-Projekts — das dünne Ladeabdeckung im Baltikum, auf dem Balkan, in Griechenland, Bulgarien und Moldau ausweist — setzen Bulgarien bei rund 95 Kilometern Abstand zwischen Ladestationen an, eingeklemmt zwischen Bosnien mit 96 und Griechenland mit 90 in einer dünn besetzten Liga, die von Estlands 82 bis Lettlands 200 reicht. Tesla unterdessen hat wenige oder gar keine Supercharger im Land. Günstiger Strom ist, kurz gesagt, genau dann schwer zu finden, wenn man ihn am dringendsten braucht.