Die Werke, die Ungarn zu einem der Batterie-Zentren Europas machten, sind auffallend still geworden. Die neue Regierung des Landes hat die Produktion in Batteriewerken wegen Umweltbedenken gestoppt — ein Eingriff, der die globale E-Zulieferkette bereits durcheinanderwirbelt und Ungarns Zukunft als Batterie-Drehkreuz offen infrage stellt. Für eine Branche, die das Land lange als verlässlichen Partner betrachtete, hat sich der Boden über Nacht verschoben.

Die Ironie ist schwer zu übersehen. Unter seinem früheren Regierungschef Viktor Orbán positionierte sich Ungarn als europäisches Drehkreuz der Batterie-Zulieferkette und warb gezielt um Unternehmen aus China und Korea, die dort Werke für Elektrofahrzeugkomponenten errichteten. Die koreanischen Zellhersteller Samsung und SK On ließen sich neben den chinesischen Investoren nieder, und die Batterieproduktion wurde zu einer Säule der industriellen Identität des Landes.

Inzwischen haben sich die politischen Vorzeichen gedreht. Umweltbedenken sind zum politischen Zankapfel geworden, und die neue Regierung gestaltet die Rolle des Landes in der Batterie-Zulieferkette für Elektrofahrzeuge neu, statt sie einfach nur zu fördern. Werke, die einst als wirtschaftliche Trophäen zur Schau gestellt wurden, werden an Umweltstandards gemessen — und die Urteile legen ganze Linien still.

Zulieferer trifft es zuerst, und der Zeitplan ist verräterisch. Bei einem Betreiber stoppten am 25. August drei Werkshallen, ab dem 22. September nahm — laut Unternehmensangaben — die Probeproduktion wieder ihren Betrieb auf, und eine weitere Aussetzung ist nun für Ende Dezember angesetzt; als Gründe werden Regulierung, verlangsamtes E-Auto-Wachstum und Wettbewerb genannt. Für Hersteller, die auf Ungarn als stabilen Standort gesetzt haben, fällt die Lehre nüchtern aus: Genehmigungen, Politik und öffentliche Meinung sind längst zu beweglichen Zielen geworden.