Great Wall Motor hisst seine Flagge auf europäischem Boden — und hat dafür Bulgarien als Brückenkopf gewählt. In einer Mitteilung vom 27. Oktober bestätigte der chinesische Automobilhersteller, dass das neue Werk in Lowetsch über eine Jahreskapazität von 50.000 Fahrzeugen verfügen wird; der Produktionsstart ist für das erste Quartal 2027 geplant. Als Erstes vom Band rollt ein Kompakt-SUV mit dem Stempel „Made in Bulgaria“, gezielt für europäische Käufer.
Lowetsch ist jedoch der Angelpunkt eines weitreichenderen Masterplans. GWM will in Europa mindestens zehn neue Modelle und Derivate einführen und seine Palette je nach Marktnachfrage ausbauen. Die bulgarische Basis wird an die Vertriebsnetze des Unternehmens in Italien, Spanien und den Niederlanden angebunden und dient zugleich als Drehscheibe für die weitere Lokalisierung der europäischen Lieferkette — inklusive geplanter Komponentenproduktion auf dem Kontinent.
Für die Zulieferindustrie ist die strategische Logik unübersehbar. Die von Deutschland und Frankreich vorangetriebene „Made in Europe“-Offensive der EU zeichnet die Landkarte der Förderberechtigung neu: Aus Japan importierte Autos hätten keinen Anspruch auf EU-Subventionen, während in Frankreich, Portugal und Osteuropa gebaute Modelle nur dann profitieren würden, wenn genügend ihrer Teile aus Europa stammen. Lokale Montage in Kombination mit lokalisierten Komponenten entwickelt sich rasch zur Eintrittskarte in Europas subventionierten Markt — und genau das baut GWM in Bulgarien auf.



