Eine Task Force mit Führungskräften der führenden deutschen Automobilhersteller hat ein 10-Punkte-Papier vorgelegt, das dringende Änderungen der Emissionsvorschriften der Europäischen Union sowie niedrigere Energiepreise fordert, um die Automobilindustrie zu sichern. Der am Dienstag überreichte Appell stellt die mächtigsten industriellen Stimmen des Landes klar hinter den Vorstoß, die Emissionspolitik neu zu schreiben – und signalisiert, dass Regulation, nicht nur Technologie, inzwischen als Existenzfrage für die Branche gilt.

Die Forderungen fallen mitten in eine sich zuspitzende Debatte darüber, ob Brüssel die China-Herausforderung bestehen kann. Wie die breitere europäische Diskussion deutlich macht, könnte ein Verfall industrieller Kapazitäten ohne kohärente Antwort den Kontinent zunehmend von ausländischen Automobiltechnologien abhängig machen – und der entscheidende Test für die EU-Politik wird sein, ob sie es der europäischen Industrie ermöglicht zu konkurrieren, statt lediglich Vorschriften zu erfüllen.

Die industriellen Sorgen hinter dem Papier sind konkret. Europas Vorstoß zur Lokalisierung der Batterieproduktion ist auf unangenehme Wahrheiten gestoßen: Porsche hat begonnen, die Produktion bei seiner Batteriesparte Cellforce zurückzufahren, und wie ein aktueller Bericht von Automotive News hervorhob, fällt es europäischen Unternehmen schlicht zu schwer, sich von den Lieferketten zu entkoppeln, von denen sie derzeit abhängen. Die Lücke zwischen regulatorischem Ehrgeiz und industrieller Kapazität ist genau das, womit die Task Force Brüssel konfrontieren will.