Jede Exportwirtschaft verrät die Wahrheit auf ihren Autobahnen, und die Ungarns sind stark befahren. Der ungarische Lkw-Markt wuchs um 5,9 Prozent, während sich Europas Transportbranche erholt, wie das Branchenportal trans.info berichtet — ein Tempo vor Deutschland mit plus 3,9 Prozent und Italien mit plus 3,8 Prozent, den beiden größten Volkswirtschaften des Kontinents.

Die regionale Rangliste ist bemerkenswert: Litauen legte um 24,9 Prozent zu, Spanien gewann 13,4 Prozent und Rumänien stieg um 12,6 Prozent — Ungarns 5,9 Prozent übersteigen die Wachstumsraten der europäischen Schwergewichte damit deutlich. Großbritannien wird derweil abgehängt, während sich der europäische Lkw-Markt erholt, wie trans.info anmerkt. Für ein Land, dessen wirtschaftlicher Herzschlag der Warenfluss über die Grenzen ist, zählen diese Zahlen weit über das Fahrerhaus hinaus.

Automobilproduktion, Elektronik und Maschinenbau verbinden ungarische Fabriken seit Langem mit Kunden und Zulieferern auf dem ganzen Kontinent — Beziehungen, die wertvoll bleiben, wie Daily News Hungary feststellt, wobei Deutschland als besonders wichtig hervorgehoben wird. Lkw sind die Arterien dieses Systems. Wenn Flotten wachsen, dann meist deshalb, weil Versender erwarten, dass die Frachtmengen mitwachsen.

Doch der Weg vor uns sieht flacher aus, als der Verkehr vermuten lässt. Die Beratungsfirma Inovev prognostiziert, dass der Absatz von Limousinen und SUVs in Europa 2035 etwa auf dem Niveau von 2026 liegen wird — 16,7 Millionen gegenüber 16,9 Millionen, wie Forbes Ende Oktober berichtete — eine stabile Prognose, die laut Analysten eine Zukunft voller Turbulenzen verbirgt. Osteuropas Pkw-Markt mit rund 3,4 Millionen Einheiten legt derweil nur um 0,6 Prozent zu, wie eine Analyse der Iswestija zeigt.