Auf Ljubljanas Straßen hat sich etwas verschoben: 35 neue Mercedes-Benz-Busse sind jetzt beim städtischen Betreiber Ljubljanski Potniški Promet (LPP) im Einsatz — und nicht einer davon fährt mit Diesel. Laut Daimler Buses hat die slowenische Hauptstadt 25 batterieelektrische eCitaro gemeinsam mit 10 Brennstoffzellen-Versionen des Gelenkbusses eCitaro G in Dienst gestellt und bringt damit zwei emissionsfreie Antriebe Seite an Seite im selben Netz auf die Straße.
Die Aufteilung ist gewollt. LPP will die Vorteile beider Antriebssysteme kombinieren, statt das gesamte Netz auf eine einzige Technologie zu setzen. Die batterieelektrischen eCitaro-Busse werden auf Stadtlinien mit planbaren Umläufen und regelmäßigen Ladegelegenheiten eingesetzt, wo Depotladen sie im steten Dienst hält. Die Brennstoffzellen-eCitaro G eröffnen dem Betreiber derweil einen zweiten Energiepfad — einen, der in Wasserstofftankungen statt Ladefenstern bemessen wird.
Hinter den Kulissen verlangte das Projekt weit mehr als eine Bestellung. LPP hat eigene Lade- und Wasserstoffinfrastruktur aufgebaut und seine Betriebsprozesse an die Fahrzeuge angepasst — eine stille, aber folgenreiche Umstellung für eine mittelgroße Hauptstadt und eine Erinnerung daran, dass Flotten-Dekarbonisierung genauso sehr ein organisatorisches wie ein technologisches Projekt ist.
Das Timing schärft das Bild. Für private E-Fahrer wird die Ladeökonomie an Sloweniens öffentlichen Säulen zunehmend eng: Drei slowenische Netze berechnen inzwischen 1 Euro pro DC-Schnellladevorgang — ein Zuschlag, der bei einer bescheidenen Nachladung von 20 kWh fünf Cent auf jede Kilowattstunde aufschlägt. Vor diesem Hintergrund wirkt LPPs Schritt, selbst kontrollierte Energieinfrastruktur aufzubauen, weniger wie Luxus und mehr wie eine Absicherung.



