Honda prüft einer Meldung der Japan Times zufolge eine Wiederaufnahme der Autoproduktion in der Europäischen Union, da geplante EU-Regulierungen lokal gefertigte Autos begünstigen sollen. Dass ein Produktions-Comeback überhaupt auf dem Tisch liegt, sagt viel über die Richtung aus, die in Brüssel eingeschlagen wird: Die Politik arbeitet an Regeln, die die Fertigung von Fahrzeugen innerhalb der Union belohnen würden — und die Hersteller lesen die Formulierungen genau.
Für Mitteleuropa ist viel auf dem Spiel. Kraftfahrzeuge zählen neben Maschinen, Metallprodukten und Elektrogeräten zu den wichtigsten Industriezweigen Tschechiens — ein Industrieprofil, das von Regeln, die innerhalb der Union gebaute Autos bevorzugen, unmittelbar profitieren könnte. Wo globale Hersteller ihre Produktion unter einem solchen Regime ansiedeln, könnte die Investitionsströme in der Region über Jahre hinweg neu formen.
Auch den Regulierungsbehörden der Region ist die Automobil-Akte nicht fremd. Als der VW-Abgasskandal im September 2015 ausbrach, leiteten staatliche Aufsichtsbehörden und Ermittler Verfahren in Frankreich, Italien, Deutschland, der Schweiz, Spanien und den Niederlanden ein — ebenso in Tschechien und Rumänien. Die Local-Content-Offensive ist ein anderer Hebel, belegt aber: Wo und wie in Europa Autos gebaut werden, bleibt auf dem gesamten Kontinent ein brandaktuelles Politikum.



