Der Oktober bescherte Rumäniens Neuwagenmarkt einen weiteren ernüchternden Monat. Gerade einmal 12.116 Fahrzeuge fanden Käufer – ein Minus von 5,6 Prozent im Jahresvergleich, das die Jahresbilanz um 10,1 Prozent auf 109.329 Einheiten drückte. Während die meisten größeren Märkte Europas 2026 den Vorwärtsgang gefunden haben – Großbritannien allein legt um 10,2 Prozent zu –, sticht Rumänien als einer der wenigen Großmärkte des Kontinents hervor, die rückwärts fahren: ein sturer Ausreißer in einer sich sonst erholenden Region.
Der Schmerz konzentriert sich aufs Heimatgeschäft. Dacia, der lokale Gigant, der die rumänischen Ausstellungsräume seit jeher prägt, verlor im Oktober 18,2 Prozent und steckt laut Branchenbeobachtern einmal mehr in großen Schwierigkeiten. Doch die Marke aus Mioveni ist längst nicht geschlagen: Der Logan hat sich an die Spitze der rumänischen Jahresrangliste der Modelle gekämpft, und Automobile Dacia selbst kletterte in der aktuellen Rangliste der größten Unternehmen Mittel- und Osteuropas von Platz 27 auf Platz 24. Ein eigentümliches Paradox – ein Hersteller gewinnt an unternehmerischem Format, während sein Heimatmarkt abkühlt.
Mitten in der Trübsal schreibt eine Marke eine ganz andere Geschichte. BYD brach im Oktober seinen rumänischen Volumenrekord und unterstreicht damit den Schwung, den chinesische Autobauer in einem der schwierigsten Märkte Europas aufbauen. Der Rekordmonat war kaum vorüber, da legte das Unternehmen nach: Bei einer Pressekonferenz nach ihrer Ankunft Anfang November bezeichnete BYD-Managerin Li Rumänien als einen entscheidenden Markt für die Gruppe in Mittel- und Osteuropa und nannte die automobile Tradition des Landes, die qualifizierten Arbeitskräfte und die strategische geografische Lage als die Säulen der Anziehungskraft.
Die breitere Wirtschaft bietet ihr eigenes Rätsel auf. Rumäniens größte Unternehmen wachsen umsatzmäßig schneller als ihre regionalen Wettbewerber – Automobile Dacia ist darunter –, obwohl das Land unter den führenden Konzernen Mittel- und Osteuropas weiterhin unterrepräsentiert ist. Der Einzelhandel wiederum blüht: Lidls Umsatz stieg um 11,2 Prozent, der von Carrefour um 13,1 Prozent. Doch keine dieser Konsumenergien erreicht den Neuwagenhof, wo weiterhin Vorsicht regiert.
Für die Industrie ist Rumänien zu einem Markt mit zwei Geschwindigkeiten geworden: ein Etablierter, der sein heimisches Revier mit einem bewährten Bestseller verteidigt, und ein chinesischer Herausforderer, der aus einem schrumpfenden Kuchen Rekordergebnisse herausschneidet. Ob Dacia sich stabilisiert – und ob BYDs Oktober ein Einzelfall oder eine neue Basis ist –, wird viel darüber verraten, wohin die Autokäufer Osteuropas als Nächstes steuern.
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