Monatelang galt Toyota als unerschütterlicher König der ukrainischen Neuwagenstatistik. Im Oktober wackelte die Krone. Skoda zog vorbei und übernahm die Monatsführung, und die Verfolger rückten schnell näher: Der Renault Duster landete mit 227 verkauften Autos auf Platz zwei und verpasste die Spitze nur um 18 Fahrzeuge, während der Volkswagen Touareg mit 208 Käufen das Podium komplettierte. Der Toyota RAV4 musste sich derweil mit Platz vier begnügen.

Der Oktober-Umbruch trifft einen Markt, der sich still wieder aufbaut. Die ukrainischen Jahresverkäufe stiegen 2025 um 16,3 Prozent und drehten im vierten Quartal ins Plus, nachdem sie in den Vormonaten eingebrochen waren, wie Daten von Focus2move zeigen. Und die Erholung betrifft nicht nur die Stückzahlen – sie zeichnet die Rangliste neu. BYD legte gewaltige 365,8 Prozent zu und kletterte um neun Plätze auf Rang zwei unter den Marken, während Nissan unter den Marktführern den Halt verlor. Für Importeure und Händler in der gesamten Region lautet die Botschaft unmissverständlich: über Jahrzehnte gewachsene Markenhierarchien können innerhalb eines einzigen Quartals umgeworfen werden.

Was das Oktober-Podium besonders aussagekräftig macht, ist seine Breite. Das knappe Scheitern des Duster bestätigt den ungebrochenen Appetit auf robuste, preisgünstige Crossover, während der Touareg – ein Premium-SUV zu Premium-Preisen – als Dritter zeigt, dass die Nachfrage weit oben auf der Preisleiter reicht. Die Ukrainer kaufen segmentübergreifend, von günstigen Geländewagen bis zu Luxus-SUVs – eine Bandbreite, die darauf hindeutet, dass Konsumvertrauen der Haushalte und die Erneuerung der Gewerbeflotten inzwischen Hand in Hand gehen. Importeure, die die Kontingente für das nächste Jahr planen, sollten dies als einen Markt lesen, der ein breites Portfolio belohnt statt eines einzelnen Bestsellers.