In weiten Teilen Westeuropas bedeutet das Anschließen an einen Schnelllader, sich auf die Rechnung gefasst zu machen. In Bulgarien wurde die Schmerzgrenze bislang nicht entdeckt. Laut dem paneuropäischen Preisreport von Eleport ist der teuerste Schnellladetarif des Landes ohne Vertragsbindung — 0,46 Euro pro kWh bei Eldrive — laut dem Report selbst nach jedem Maßstab niedrig. Die Betreiber Megalan und Elfinity veröffentlichen gar keine Preise, und selbst der Tarif von Tesla entzog sich den Verfassern des Reports: Das ist ein junger Markt, in dem die Preisfindung noch in Echtzeit stattfindet.

Die günstigen Elektronen sind kein Zufall. Bulgarien hat soeben die Marke von 6 GW netzgekoppelten Batteriespeichern überschritten und damit die Weltrekorde zementiert, die das Land in dieser Technologie aufgestellt hat, berichtet Balkan Green Energy News. Die Zahlen hinter dem Meilenstein sind beeindruckend: Zwischen dem 1. und 25. Oktober lieferten die Batterien des Landes täglich 18 GWh ab, während 19,9 GWh aufgenommen wurden — ein täglicher Rundlauf, der das Netz ins Gleichgewicht bringt und Volatilität abfängt, bevor sie die Steckdose erreicht. Für Investoren ebenso aussagekräftig: Die staatlichen Förderprogramme, aus denen der Boom entsprang, sind ausgelaufen — neue Projekte entstehen heute zu rein kommerziellen Konditionen und stoßen in einen Markt, der bereits als gesättigt gilt.

Der Zeitpunkt könnte kaum besser sein. Eine heute von Reuters aus Brüssel gemeldete Studie schätzt, dass Europas Städte bis 2030 fast 25 Milliarden Euro (27,94 Milliarden US-Dollar) in Ladeinfrastruktur investieren müssen, um mit dem E-Auto-Wachstum Schritt zu halten — intelligentes Laden aber könne die Rechnung um 40 Prozent drücken. Städte, die Nachfrage verschieben, Überschüsse speichern und Lasten steuern können, zahlen für die gleiche Elektrifizierung deutlich weniger. Bulgarien, dessen Speicherflotte im Gigawatt-Maßstab bereits jeden einzelnen Tag ihre Zyklen dreht, hat die Hardware-Hälfte dieser Gleichung faktisch vorgebaut.