Irgendwo auf der Trakia-Autobahn zwischen Sofia und der Schwarzmeerküste machen Bulgariens E-Autofahrer ein sehr balkanisches Schnäppchen: einige der billigsten Elektronen Europas — sofern sie eine Steckdose finden, die sie aufnimmt. Eleports Ladekosten-Report 2026 fällt das Urteil ohne Wenn und Aber: Bulgariens Ladekosten sind nach jedem Maßstab niedrig, selbst am oberen Ende des Marktes.
Die Preisspitze erzählt die Geschichte. Eldrives 0,46 Euro pro Kilowattstunde gelten als der höchste Preis ohne Bindung im gesamten Land — das, was Fahrer ohne Abo, ohne Paket und ohne jede Bedingung zahlen. Selbst dieser Spitzentarif ist laut Report nach jedem Maßstab günstig. Für die Betreiber Megalan und Elfinity fanden die Forscher keine veröffentlichten Preise, deren Tarife bleiben unter Verschluss; Teslas Preisgestaltung ist in einem Land, in dem seine Stecker rar gesät sind, derweil fast akademisch.
Denn billige Watt kaufen keine Abdeckung. Crowdsourced-Routendaten von Tesla-Fahrern verorten Bulgarien mitten in Europas Supercharger-Wüste: rund 95 Kilometer liegen zwischen den Ladepunkten — auf Augenhöhe mit Bosniens 96, hinter Griechenlands 90 und Estlands 82. Nur Moldau, Nordmazedonien, Albanien und Lettland schneiden schlechter ab. Tesla, so die Daten, betreibt dort kaum oder gar keine Supercharger — eine Tatsache, die die Rechnung jeder bulgarischen E-Auto-Reise an die Küste oder in die Berge prägt.
Die Rechnung für das Schließen solcher Lücken landet inzwischen auf Europas Schreibtischen. Eine über Reuters berichtete Brüsseler Studie errechnet, dass Europas Städte bis 2030 fast 25 Mrd. Euro in Ladeinfrastruktur investieren müssen, um mit dem E-Auto-Wachstum Schritt zu halten — Intelligentes Laden könnte diese Rechnung um 40 Prozent drücken, eine Ersparnis von rund 10 Mrd. Euro. Für Bulgariens Rathäuser, in denen Infrastrukturbudgets Zeile für Zeile umkämpft sind, ist diese Rechnung ein Geschenk: Das billigste Netz ist jenes, das man nie überdimensionieren muss.



