Irgendwo auf einer tschechischen Montagelinie wird gerade ein Bauteil verschraubt, dessen Geburtsurkunde bald so viel zählen wird wie sein Preisschild. Der 'Made in Europe'-Plan der Europäischen Union, von Deutschland und Frankreich vorangetrieben, hat globale Autolieferanten verunsichert — und kaum ein Land liegt näher an der Bruchlinie als Tschechien, wo die Automobilindustrie einen Großteil des verarbeitenden Gewerbes ausmacht.
Die Konturen des Plans sind schonungslos klar. Aus Japan importierte Autos hätten keinen Anspruch auf EU-Subventionen, während Modelle aus Frankreich, Portugal und Osteuropa profitieren würden — aber nur, wenn genug ihrer Teile aus Europa stammen. Diese eine Bedingung macht den tschechischen Wareneingang zum Punktekonto, auf dem jeder Container mit asiatischen Komponenten still und leise die Förderfähigkeit eines Modells schmälern könnte.
Es steht viel auf dem Spiel — denn tschechisches Autobauen ist groß. Škoda Auto ist der größte Pkw-Hersteller des Landes, und die Fahrzeuge aus tschechischen Werken fallen genau in die Zielzone des Plans: in Osteuropa montiert, aber von Lieferketten gespeist, die bis um die halbe Welt reichen. Auf dem Papier macht das tschechische Fabriken zu potenziellen Gewinnern der neuen Förderlogik — sofern ihre Stücklisten europäisch genug sind, um den Test zu bestehen.



