Der polnische Elektrofahrzeugmarkt hat einen herben Herbst erwischt: Die Zahl der neuen EV-Zulassungen sank im September um 23 Prozent, und die auf der Plattform Otomoto inserierten Gebraucht-EVs beliefen sich zum Monatsende auf 3.769 – 13 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Doch hinter den trüben Endkundenschlagzeilen formiert sich auf den Firmenparkplätzen des Landes still eine ganz andere Geschichte. Ein neuer Bericht des PSNM, des Verbands für neue Mobilität, kommt zum Schluss, dass die Elektrifizierung von Firmenflotten noch in den Anfängen steckt – und dass der Markt bis 2035 eine grundlegende Transformation durchlaufen könnte.

Die Wirtschaftsrechnung, argumentiert der PSNM, überzeugt leise, aber nachhaltig. Elektroantriebe enthalten deutlich weniger wartungsbedürftige Komponenten, was die Servicekosten über die Lebensdauer für Flottenfahrzeuge mit hoher Laufleistung drückt. Noch stärker wirkt die Lade-Gleichung: Firmenwagen, die am Büro geparkt sind, können während der Arbeitszeit günstigeren Strom beziehen und ungenutzte Tagesstunden in billige Reichweite verwandeln. Der Verband erwartet, dass diese Kombination von Vorteilen in den kommenden Jahren das Investitionsargument für elektrifizierte Flotten weiter stärkt.

Der Endkundenmarkt stößt dagegen immer wieder an harte Infrastrukturgrenzen. Polen zählte 13.936 öffentlich zugängliche Ladepunkte, und europaweite Analysen zeigen: Die Ladedichte in Ost- und Südeuropa hinkt West- und Nordeuropa weiterhin deutlich hinterher. Für Privatkäufer – allen voran jene in Mehrfamilienhäusern ohne eigene Steckdose – bleibt diese Lücke eine entscheidende Bremse für die Verbreitung. Anderswo reagieren Städte, indem sie Anwohnern die Entscheidung überlassen, wo Level-2-Lader installiert werden, und Gebiete mit Apartmentgebäuden priorisieren – ein deutliches Zeichen dafür, dass nicht die Kaufbereitschaft, sondern der Zugang der begrenzende Faktor ist.

Flotten können einen Großteil dieses Problems überspringen. Ein Arbeitgeber mit Ladern am Hof oder im Büro ist für den täglichen Energiebedarf nicht auf das öffentliche Netz angewiesen, und das Beispiel von Märkten, die das EV-Laden als genehmigungsfreie Tätigkeit eingestuft haben, zeigt, wie schnell sich Infrastruktur ausbreitet, sobald private Akteure mitmischen dürfen. Für polnische Unternehmen wirkt firmeneigenes Laden weniger wie ein Extra denn wie ein strategisches Gut – und bei weicher Endkundennachfrage könnten Frühstarter sowohl bei den Kosten als auch im Wettbewerb um knappe Elektro-Gebrauchtfahrzeuge die Nase vorn haben.

Ob Einkaufsabteilungen die 2035-Vision des PSNM Wirklichkeit werden lassen, hängt davon ab, wie schnell Pilotprojekte Großaufträgen weichen. Doch die Marschrichtung ist klar: Das nächste Kapitel der polnischen Elektromobilität dürfte zunehmend nicht von zögerlichen Privatkäufern geschrieben werden, sondern von den Unternehmen, die ihnen die Schlüssel in die Hand drücken.

Für Fuhrparkleiter, die ihre Zahlen durchrechnen – oder Fahrer, die darauf achten, wohin der Markt als Nächstes steuert – beginnt jede Kalkulation mit dem richtigen Fahrzeug zum richtigen Preis. Leser auf der Suche nach einem Fahrzeug finden auf WorldTrader24, Europas Marktplatz mit über 70.000 Fahrzeugen, sensationelle Autos zu sensationellen Konditionen.