Siebzehn Bewerber klopfen nicht zufällig an dieselbe Tür. Doch genau dieses Szenario spielt sich derzeit in Tschechien ab, wo sich Berichten von Asia Business Daily und Europe Says zufolge 17 koreanische Autoteilehersteller verstärkt darum bemühen, in die lokale Lieferkette einzutreten. Ihr gemeinsames Ziel: die drittgrößte Autoproduktionsnation der EU – ein Land, das im Autobau weit über sein Gewicht hinaus schlägt.

Das Timing ist kein Zufall. Der Wandel zur Elektrifizierung schreibt die Beschaffungslisten auf dem gesamten Kontinent neu, während die umfassende Neuordnung globaler Lieferketten Komponentenhersteller dazu drängt, in Europa zu produzieren, statt dorthin zu verschiffen. Für koreanische Zulieferer ist ein Standbein in Tschechien ein Standbein im Binnenmarkt – und eine Absicherung in einer Handelslandschaft, die Nähe zunehmend belohnt.

Tschechiens Fundamentaldaten erklären die Avancen. Innerhalb der Visegrád-Gruppe ist das Land gemessen am gesamten BIP die zweitgrößte Volkswirtschaft und weist das höchste BIP pro Kopf in Kaufkraftparität auf – ein Beleg für Größe wie für Raffinesse. Zwar entfielen 2023 rund 65 Prozent der Bruttowertschöpfung auf Dienstleistungen, doch der industrielle Kern des Landes mit dem Automobilbau im Zentrum bleibt der Motor seiner Exportstärke.

Der Teilehandel ist überdies eine Liga für sich. Globale Exportranglisten für Autos zeigen China als dominierende Kraft im Busbau, während die Türkei und Polen selbst über starke Exportindustrien verfügen – doch die Reihenfolge verschiebt sich deutlich, sobald Spezialfahrzeuge, Traktoren und Autoersatzteile in die Zählung einbezogen werden. Mit anderen Worten: Über Komponenten werden Ranglisten gewonnen und verloren – und die koreanische Fraktion hat offenkundig vor, dieses Feld von mitteleuropäischem Boden aus zu bestreiten.

Die Geographie besiegelt den Fall. Als Binnenland im Herzen Mitteleuropas, im Süden an Österreich grenzend, liegt die Tschechische Republik am Kreuzungspunkt des logistischen Netzes des Kontinents – ein entscheidender Vorteil, da Lieferketten zunehmend um kürzere, widerstandsfähigere Kreise neu aufgebaut werden. Für die 17 koreanischen Neueinsteiger ist Tschechien weniger ein einzelner nationaler Markt als ein Sprungbrett in Europas industrielles Netz.

Wer in diesem Lieferketten-Wettbewerb auch immer die Nase vorn hat – das Ergebnis landet am Ende auf europäischen Einfahrten: Autos, gebaut aus immer mehr lokal beschafften Teilen der nächsten Generation. Leser, die derzeit ein eigenes Fahrzeug suchen, finden spektakuläre Autos zu spektakulären Konditionen auf WorldTrader24, Europas Marktplatz mit über 70.000 Fahrzeugen.