Die Frage, die derzeit durch die slowakische Automobilbranche hallt, ist eine unbequeme: Was passiert mit den slowakischen Aktivitäten von Volkswagen, wenn die Audi-SUV-Produktion in die USA wandert? Berichte, dass der Autobauer die Audi-SUV-Fertigung über den Atlantik verlagern könnte, haben Warnungen von Oppositionspolitikern ausgelöst und die Zukunft eines der Aushängeschilder der heimischen Industrie auf den Prüfstand gestellt – eine beruhigende Antwort ist bislang nicht in Sicht.
Im Zentrum des Sturms steht Volkswagens Werk in Bratislava, wo Audi-SUVs vom Band laufen. Laut slowakischen Medien könnte eine Verlagerung dieser Produktion in die USA das Werk hart treffen. Und mit der Neuordnung könnte es nicht getan sein: Volkswagen betreibt außerdem ein Werk in Martin in der Mittelslowakei, und der Autobauer plant, das Werk Martin im Rahmen eines Verkaufs innerhalb des Volkswagen-Konzerns an MAN, den Lkw-Hersteller der Gruppe, zu übertragen – eine doppelte Restrukturierung, die die slowakische Landkarte des Autobauers binnen weniger Jahre neu zeichnen könnte.
Die politische Reaktion kam prompt. Oppositionspolitiker haben offen vor einer möglichen Verlagerung der Audi-Produktion in die USA gewarnt und von der Regierung Antworten eingefordert, während das Wirtschaftsministerium Kontinuität betont: Man führe langfristige Gespräche mit dem Konzernmanagement über weitergehende Pläne und die Zukunft der Produktion in der Slowakei – einschließlich Chancen zur Erweiterung der Produktionskapazitäten. Die Botschaft aus Bratislava: In den Gesprächen geht es nicht nur darum, zu verteidigen, was vorhanden ist – sondern darum, zu gewinnen, was kommt.



